Montag kommen die Fenster
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Laudatio

JURY-BEGRÜNDUNG ZUM
HESSISCHEN FILM-, HOCHSCHULFILM- UND DREHBUCHPREIS 2006

Jury Film-, Hochschulfilm- und Drehbuchpreis:
Dieter Ulrich Aselmann, Claudia Michelsen,
Rüdiger Suchsland

Hessischer Filmpreis – Bester Spielfilm

MONTAG KOMMEN DIE FENSTER
von Ulrich Köhler

Die besonderen Tugenden des Regisseurs Ulrich Köhler sind Strenge, Genauigkeit und ein bedachter Umgang mit den filmischen Mitteln. Wie sein Spielfilmdebüt BUNGALOW ist auch MONTAG KOMMEN DIE FENSTER kein bequemer Film. Köhler setzt auf die Neugier und die Geduld der Betrachter, darauf, dass sie bereit sind, sich einer Erfahrung auszusetzen, dass sie erst hingucken, bevor sie urteilen. Wer das tut, entdeckt einen Film voller Intelligenz, der weiß was er will und auf den zweiten Blick hintergründigen Witz entfaltet.

Die Geschichte beginnt vertraut: Vater-Mutter-Kind. Doch bald geht sie verschlungene Wege, und Köhler entdeckt die Hügellandschaften Nordhessens und des Harz wieder neu als deutschen Märchenwald. Mittendrin steht ein Hotel, dessen Ödnis und Leere Erinnerungen an Stanley Kubricks Horrorfilm SHINING wachruft. Wie Kubricks letzter Film EYES WIDE SHUT erzählt auch Köhler von einem Ausbruch, der sein Ziel nicht kennt, nur den Überdruss am Bestehenden. Der Zuschauer findet sich auf atmosphärischen Passagen durch Mentalität, Entfremdung und Sehnsucht unserer Gegenwart der EYES WIDE SHUT.

MONTAG KOMMEN DIE FENSTER wurde in der Jury durchaus kontrovers diskutiert. Seine Figuren ärgern, ihr (Nicht-)Handeln macht zornig. Aber gerade darin ist der Film auch ein Gesellschaftsbild. Dass MONTAG KOMMEN DIE FENSTER den Zuschauer auch lange nach dem Kinobesuch nicht loslässt und weiterwirkt, dass er provoziert und zum Nachdenken reizt, nicht nur über die Story, sondern über Stilmittel und Möglichkeiten des Kinos überhaupt, hat auch die Skeptiker für ihn eingenommen. Kein anderer Film zeigte intensivere, genauer komponierte, surrealere Bilder.

 

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