Montag kommen die Fenster
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Die Tragödie der Entfremdung geschieht. Die Katharsis findet nicht statt. Scheidung? Umzug? Suizid? Montag kommen die Fenster. Wie nennt man das, wenn alles verloren ist, alles vergeblich, alles durchschaut? Das nennt man die Morgenröte des deutschen Films. (Frankfurter Rundschau, 26.10.06)

Köhler zeigt, wie sich Menschen in ihren Begegnungen gegenseitig verfehlen, und er zeigt es, ohne Gründe zu nennen. Das ist ziemlich klug, die wahren Günde werden ja oft gar nicht erkannt. (Berliner Zeitung, 26.10.06)

Köhlers neuer Film beschreibt eine junge geistig-seelische Heimatlosigkeit, die schockierend ist. Neue deutsche Entfremdung, erlesen kühl anmutende Szenerie. (Berliner Zeitung, 26.10.06)

Doch ganz allmählich entwickeln diese kargen Bilder, die Aufmerksamkeit benötigen, ihren ganz eigenen Sog und ziehen uns hinein in die Welt einer Aussteigerin. Und ohne viel zu sagen stellt der Film existenzielle Fragen nach der Art, wie man leben will. Mitunter driftet das Ganze sogar etwas ins Surreale ab. Was bleibt, sind Bilder und vor allem Stimmungen, die man nicht so schnell vergisst. (Zitty, 22/06)

Diesmal legt Köhler den Finger viel direkter in die Wunden der Gesellschaft. (Welt, 26.10.06)

„Montag kommen die Fenster“ ist ein Film über Entfremdung. In anfangs beengenden, dann täuschend weiten Bildern zeigt er, dass sie keine Theoriefrage ist, sondern wirklich schmerzt. (Welt, 26.10.06)

Zwei märchenhafte Tage lang lässt Köhler sie durch eine Traumwelt wandern und stellvertretend für uns alle nach dem Ausweg suchen. (Welt, 26.10.06)

Das Hotel allein ist den Film schon wert – ein riesiger Betonkasten mitten im Wald, den Köhler auch noch mit einem monströsen roten Geschenkband versehen ließ. (Tagesspiegel, 26.10.06)

Das ist Köhlers große Kunst: den Alltag genau zu beobachten, und daraus einen eigenen Sog zu entwickeln. (Tagesspiegel, 26.10.06)

Die Konvention ist lebensfremd, aber allgemein anerkannt. In Köhlers radikal untröstlichem Film ist die Konvention die eigentliche Fiktion: eine Kulisse aus Ver- und Gebotsschildern, zwischen denen sich Selbstdarsteller bewegen. Nina weiß nicht mehr, wen oder was sie darstellen soll. (Frankfurter Rundschau, 26.10.06)

Es geht in Montag kommen die Fenster wie schon in seinem lakonischen Erstling Bungalow, in dem ein junger Rekrut für ein träges Sommerwochenende desertierte, um das Bild einer Energie, die nur in ihren Wirkungen sichtbar wird, um eine namenlose Verweigerung, die alles durchdringt. (Zeit, 26.10.06)

Alle Schönheit von Montag kommen die Fenster liegt in diesem losreißen, im Davonlaufen der Wünsche, die auch Nina überall und nirgendwohin bringen. Nur weg, immer weiter, von den anderen und von sich selbst. (Zeit, 26.10.06)

Vielleicht liegt seine Stärke gerade darin, dass man nicht wirklich entscheiden kann, ob er das Syndrom, das er zeigt, nur aufblättert oder ob er ein Teil davon ist.
(taz, 26.10.06)

Es ist ein Film Verité, der auf seine Bilder setzt. Einer, der  Stimmungen zeigt statt Handlungen und dazu nicht viele Dialoge braucht. Lange, ruhige Einstellungen und wenige Schnitte prägen den Stil des gesamten Films.
Ninas Ausbruchsversuch gipfelt nicht in existenzialistischer Revolte, sondern in der flüchtigen Begegnung zweier Menschen, die sich nicht mehr heimisch fühlen in ihrer Welt. Wie eine Schlafwandlerin kehrt sie Schritt für Schritt zu ihrer Familie zurück.
Regisseur Ulrich Köhler, für sein Spielfilmdebüt „Bungalow“ mit dem Hessischen Filmpreis ausgezeichnet, setzt hier wieder mehr auf Gesehenes, als Geredetes: In seinem zweiten Film ist Ninas wortlose Flucht aus dem Alltag als surrealer Traum zu deuten. Ein Film, der auf die laute Stummheit der Stimmungen setzt. Er favorisiert große Bildlichkeit kleiner Worte, statt kleine Sprachlichkeit großer Bilder. Daher die extremen und langen ruhigen Einstellungen mit spartanischen Dialogen und asketischen Schnitten, allesamt bildsprachliche Stilmittel, eine atmosphärische Einsamkeit im Kollektiv zu fokussieren.
„Was mich besonders interessiert, sind schon alltägliche Ereignisse, aber ich glaube, dass sie für die Betroffenen, für meine Figuren und auch für Menschen, die was Ähnliches in ihrem Leben erleben, große Dramen sind. Die meisten Menschen werden eben nicht entführt oder rauben eine Bank aus“, philosophierte der Marburger Filmemacher auf der diesjährigen Berlinale. (Jean Lüdeke, film-zeit)

Überhaupt verdankt der Film seine interne Spannung einer offen cinéphilen Kontaktaufnahme mit jüngeren Filmen des Weltkinos wie Elephant (die schwebende Räumlichkeit der Hotelgänge), Crimson Gold (das blau leuchtende Schwimmbad) und Blissfully Yours (die erschöpfte Sexualität). Während dem deutschen Gegenwarts-Kino zuletzt häufig ein „positives Heimatbewusstsein“ (Der Spiegel) attestiert wurde – was im dazugehörigen Diskurs tatsächlich auch noch anerkennend gemeint ist –, beharrt Montag kommen die Fenster ohne existenzialistische Larmoyanz auf einem Zustand des Abgetrenntseins, der nicht nur figurenpsychologisch ausagiert, sondern als allgemeine Handlungsblockade erzählt wird und sich – vielleicht etwas unbestimmt – ins Soziale zu weiten versucht. Der Film ist durchzogen von scheiternden Kommunikationen und entwurzelten Subjekten. Auch bei Köhler gibt es eine Präferenz für die induktive Vorgehensweise und das Aufsammeln einer Vielzahl gesellschaftlicher Zeichen und Stimmungen, die zu heterogen sind, um auf eine griffige Pointe reduzierbar zu sein. In solchen Verfahren artikuliert sich aber keine diagnostische Unschärfe, sondern das Bemühen um gegenstandsgerechte Genauigkeit. (Simon Rothöhler, Polar)

Köhler inszeniert die Reise seiner Protagonistin ähnlich wie schon in seinem viel beachteten Regie-Erstling „Bungalow“, in dem sich ein jugendlicher Ausreißer von der Bundeswehr im Ferienbungalow der Eltern versteckt, als irrationale, amoralische Tat, für die keine Erklärung gefunden werden muss. Seine Inszenierung, die Plansequenzen und die seinen Figuren nie auf den Leib rückenden Kameraeinstellungen läßt den Schauspielern viel Platz, nimmt sich in ihrer Bedächtigkeit vor falschen Dramatisierungen in Acht. Denn Köhler geht es um das präzise Vermessen dieser scheinbaren Banalität, um eine genaue Topographie der Mittelstandsseele. (ARTE)

 

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